Wer Fenster streichen lassen möchte, fragt zuerst nach den Kosten und bekommt im Netz meist nur Spannen, die nichts mit dem eigenen Haus zu tun haben. Das liegt daran, dass „ein Fenster“ in der Praxis alles Mögliche sein kann: ein glattes Kunststofffenster im Erdgeschoss oder ein dreiteiliges Sprossenfenster aus Holz in der zweiten Etage, dessen Lack seit Jahren Risse zeigt.
Dieser Beitrag erklärt deshalb, woraus sich der Aufwand zusammensetzt, wie Sie Zeit und Materialmengen überschlagen, was bei Kunststofffenstern und Fensterläden anders ist und wie ein Festangebot entsteht. Beträge nennen wir nicht, sie hängen an Ihrem Objekt. Die Preislogik für Türen, Zargen und Heizkörper steht auf der Seite zu den Kosten für Lackierarbeiten.
Die Kostenfaktoren im Überblick
Als Faustregel gilt: Je schlechter der Zustand, desto größer der Anteil der Vorarbeit. Bei einem gut erhaltenen Fenster entfällt vielleicht ein Drittel der Zeit auf die Vorbereitung. Bei verwittertem Holz mit Rissen und abblätterndem Lack ist es mehr als die Hälfte.
Fenster werden nach Aufwand kalkuliert, nicht nach Stückzahl. Die Übersicht zeigt, was die Arbeitszeit und damit das Angebot bestimmt. Die ersten drei Zeilen machen meist den größten Unterschied.
| Faktor | Warum er zählt |
|---|---|
| Zustand des Altanstrichs | Tragfähige Schicht: anschleifen und überlackieren. Abblätternde Schicht: abbeizen oder abschleifen, Holz ausbessern. |
| Material | Holz verlangt Holzschutz und mehrere Schichten, Kunststoff Entfettung, Haftgrund und Spezialsystem. |
| Zugang und Höhe | Erdgeschoss mit Leiter, Obergeschoss mit Gerüst oder Hubbühne, Auf- und Abbau sind eigene Zeitposten. |
| Sprossen und Flügelzahl | Jede Sprosse bedeutet zusätzliche Kanten und Pinselarbeit, Glasfelder werden einzeln abgeklebt. |
| Innen oder außen | Außen: Wetterschutz, Witterungsfenster. Innen: Abdeckung der Möbel und Böden. |
| Schichtaufbau | Grundierung, Zwischenanstrich, Schlussanstrich, jeweils mit Trockenzeit. |
Holzfenster außen: Arbeitsschritte und Zeitbedarf
Ein Holzfenster außen zu streichen, ist mehr als Farbe aufzutragen. Zuerst wird gereinigt und der Altanstrich auf Tragfähigkeit geprüft: Was lose ist, wird abgezogen, der Rest mit Schleifpapier der Körnung 120 bis 180 angeraut. Risse und Fehlstellen füllt der Maler mit Holzersatzmasse. Die Holzfeuchte sollte dabei unter etwa 15 Prozent liegen, sonst schließt der Lack Feuchte ein. Danach folgen Imprägniergrund, Zwischenschliff mit feinerer Körnung, mindestens zwei Lackschichten und das Abkleben von Glas, Dichtungen und Beschlägen.
Als Richtwert braucht ein Standardfenster (zweiflügelig, etwa 1,2 mal 1,4 Meter) außen rund 2,5 bis 3,5 Arbeitsstunden. Die Schichten brauchen jeweils Trockenzeit, sodass sich die Arbeit über zwei bis drei Tage verteilt. Je Fenster und Seite sind rund 0,3 Liter Lack für den kompletten Aufbau eine brauchbare Planungsgröße. Mehr zur Pflege lesen Sie im Beitrag Holzfenster streichen und pflegen.
Wichtig ist, dass die Flügel nach dem Streichen nicht kleben. Dafür wird nicht zu dick gestrichen, der Falz sauber gehalten und das Fenster nach dem Anstrich mehrfach bewegt, bis der Lack durchgetrocknet ist.
Lasur oder Lack: Was das für Aufwand und Intervall bedeutet
Für Fenster gilt: Es handelt sich um maßhaltige Bauteile, deren Maße sich nur wenig verändern dürfen. Dafür eignen sich Dickschichtlasuren und deckende Lacke. Dünnschichtlasuren, die sich bei Zäunen bewähren, sind für Fenster nicht gedacht. Eine Lasur lässt die Holzmaserung sichtbar, ein deckender Lack schützt stärker und ist farblich frei.
Beim Intervall unterscheiden sich die Systeme. Als Erfahrungswerte gelten grob 4 bis 6 Jahre bei Dickschichtlasur und 8 bis 10 Jahre bei deckendem Lack; an der Wetterseite fallen sie kürzer aus, an geschützten Seiten länger. Entscheidend ist, rechtzeitig nachzustreichen, solange der Film noch geschlossen ist: Ein Auffrischungsanstrich mit Zwischenschliff ist ein Bruchteil des Aufwands eines kompletten Neuaufbaus. Wer die Termine plant, findet im Beitrag zum Instandhaltungsfahrplan fürs Haus einen Rahmen, in dem Fenster, Fassade und Dach zeitlich zusammenpassen.
Kunststofffenster streichen: Geht das, und was kostet es an Aufwand?
Ja, Kunststofffenster lassen sich streichen, aber nur mit dem richtigen System. Der Rahmen muss tragfähig und sauber sein, die Oberfläche wird mit Kunststoffreiniger entfettet, mit feinem Schleifvlies (Körnung 240 bis 320) angeraut und mit einem Haftgrund für PVC grundiert. Darauf folgen zwei Schichten Lack, der für Kunststoff freigegeben ist, meist ein Acryl- oder Polyurethansystem. Dichtungen, Beschläge und Glas werden sorgfältig abgeklebt oder geschützt.
Zwei Einschränkungen gehören zur ehrlichen Auskunft. Erstens verträgt PVC dunkle Farben außen nur bedingt, weil es sich in der Sonne stark erwärmt und verformen kann; helle Töne sind sicherer. Zweitens sollten Sie vorab beim Fensterhersteller nachfragen, ob ein Anstrich die Gewährleistung berührt. Foliierte Fenster (Holzdekor) lassen sich nur eingeschränkt lackieren.
Für den Aufwand heißt das: Pro Fenster sind etwa 2 bis 3 Stunden einzuplanen, wegen Entfettung, Haftgrund und Spezialmaterial mehr als bei einem einfachen Lackanstrich auf intaktem Holz. Oft reicht bei vergilbtem Weiß schon gründliches Reinigen.
Fensterläden, Innenseiten und Sonderfälle
Holzläden mit Lamellen sind aufwendiger als Fenster, weil jede Lamelle beidseitig bearbeitet werden muss. Rechnen Sie je Laden mit 2 bis 4 Stunden, abhängig von Größe und Zustand. Alte Lackschichten werden abgeschliffen oder abgebeizt, das Holz wird auf Fäulnis geprüft, Beschläge werden abgedeckt oder abmontiert. Läden, die abgenommen und liegend bearbeitet werden können, gelingen sauberer und schneller als hängende.
Außen wird bei 5 bis 25 Grad, trockenem Wetter und nicht in der prallen Sonne gearbeitet; Regen und Tau machen eine Schicht unbrauchbar. Daher sind Frühjahr und Spätsommer die bevorzugten Zeiten. Sprossenfenster mit Glasteilung brauchen mehr Zeit, weil jedes Feld einzeln abgeklebt und gestrichen wird. Rollladenkästen und Fensterbänke werden meist als eigene Position erfasst.
Innen gelten andere Bedingungen. Dort belasten Kondensat und Reinigungsmittel den Anstrich, Wetterschutz ist kein Thema. Zwei Schichten genügen meist, der Zeitbedarf liegt bei grob 1,5 bis 2 Stunden je Fenster. Dafür müssen Möbel, Gardinen und Fensterbänke geschützt und die Räume während der Trockenzeit gelüftet werden. Wer die Innenseiten gleich mit den Außenseiten erledigen lässt, spart An- und Abfahrten sowie doppelte Rüstzeiten.
So kommt das Festangebot zustande
Bei der kostenlosen Besichtigung zählen wir Fenster und Läden, messen die Größen, prüfen den Zustand des Altanstrichs (Haftung, Risse, Holzfeuchte) und klären den Zugang. Daraus wird eine Kalkulation in Stunden und Materialmengen. Ein Beispiel: Zehn Standard-Holzfenster nur außen ergeben bei 3 Stunden je Fenster etwa 30 Arbeitsstunden, also zwei Tage mit zwei Personen, verteilt über rund eine Woche wegen der Trockenzeiten. Material: gut 3 Liter Lack für den gesamten Schichtaufbau.
Wenn zugleich die Fassade gestrichen wird, lässt sich das Gerüst für beide Arbeiten nutzen, das spart Auf- und Abbau. Das Festangebot ist verbindlich und listet Vorarbeiten, Schichten, Gerüst und Entsorgung. Die Leistungsbeschreibung finden Sie bei den Lackierarbeiten. Wir arbeiten als Meisterbetrieb mit Sitz in Nordstemmen im Einsatzgebiet Springe, Hildesheim und Region Hannover; unsere Kunden bewerten uns bei Google mit 5,0 Sternen (48 Bewertungen).
Häufige Fragen
Kann man Kunststofffenster streichen?
Wie oft müssen Holzfenster außen gestrichen werden?
Was ist beim Streichen von Fensterläden zu beachten?
Wie lange dauert es, Fenster streichen zu lassen?
Warum gibt es keinen Festpreis pro Fenster?
Dieser Beitrag aus dem Schwarzin-Magazin wurde von Malermeister Schwarzin (Meisterbetrieb, Nordstemmen) erstellt und beruht auf handwerklicher Praxis. Letzte Aktualisierung: 6. November 2026. Für Ihr konkretes Projekt beraten wir Sie gern individuell und unverbindlich.

