Ein Treppenhaus ist der Raum, den alle Bewohner täglich durchqueren und für den sich doch niemand allein zuständig fühlt. Entsprechend nüchtern fällt die Frage nach den Kosten aus: Wie viel kostet es, ein Treppenhaus streichen zu lassen? Die Antwort hängt weniger vom Anstrich ab als von der Höhe, den Zugängen und davon, ob das Haus währenddessen bewohnt bleibt.
In diesem Beitrag erfahren Hausverwaltungen, Eigentümergemeinschaften und Vermieter, welche Faktoren den Aufwand bestimmen, wie sich Fläche und Farbmenge überschlagen lassen, wie der Ablauf bei laufendem Hausbetrieb organisiert wird und wie ein verbindliches Festangebot entsteht. Betragsangaben gibt es bewusst nicht. Gestaltung und Gerüsttechnik behandelt die Seite zu Treppenhaus renovieren.
Was ein Treppenhaus anders macht als ein Zimmer
Ein Treppenhaus hat viel Wandfläche bei wenig Grundfläche: Wände von drei bis zehn Metern Höhe, Podeste, Untersichten der Treppenläufe, Decken, Geländer und Türen. Der Maler kommt mit Leiter und Teleskopstange nicht weit. Er braucht Gerüst oder Podestleiter, und der Aufbau auf Stufen verlangt andere Technik als im Wohnzimmer.
Dazu kommt die Beanspruchung. Die Wände sind Koffern, Kinderwagen, Fahrrädern und Umzugskartons ausgesetzt, besonders im Sockelbereich und an den Handlaufzonen. Eine Farbe mit hoher Nassabriebklasse (Klasse 1 oder 2) ist deshalb Pflicht. Was die Klassen bedeuten, steht im Lexikon unter Nassabriebklasse. Und schließlich bleibt das Treppenhaus in der Regel ein Fluchtweg, der benutzbar sein muss.
Auch der Untergrund ist selten unproblematisch. Viele Treppenhäuser tragen Raufaser, die mehrfach überstrichen wurde, Ölsockel aus früheren Jahrzehnten oder Dispersionsschichten, die an Handlaufhöhe glänzend gescheuert sind. Jede dieser Schichten verlangt Vorarbeit: Ölsockel müssen angeschliffen und mit Haftgrund behandelt werden, lose Raufaser wird abgezogen, Risse an Podesten werden mit Gewebe überbrückt.
Die Kostenfaktoren im Überblick
Welche Faktoren ein Treppenhausangebot bestimmen, zeigt die Übersicht. Bei einem Vergleich mehrerer Angebote lohnt der Blick darauf, ob diese Punkte jeweils enthalten sind.
Besonders unterschätzt werden Geländer und Handläufe. Ein Stabgeländer hat je laufendem Meter mehrere Flächen, die einzeln geschliffen, grundiert und zweimal lackiert werden. Das ist Handarbeit mit dem Pinsel, die sich nicht rollen lässt, und braucht oft mehr Zeit als eine ganze Etage Wandfläche. Ebenso zählen Türzargen, Fenster im Treppenraum und Wandbereiche hinter Heizkörpern. Wer diese Positionen im Angebot vermisst, sollte nachfragen.
| Faktor | Warum er zählt |
|---|---|
| Etagen und Wandhöhe | Bestimmen die Fläche und ob Gerüst nötig ist. |
| Treppenauge | Ein offenes Treppenauge erfordert Gerüst über die gesamte Höhe. |
| Geländer, Handlauf, Türen | Lackierarbeit mit Vorbereitung, oft mehr Zeit je Meter als die Wandfläche. |
| Untergrund | Raufaser, Putz, Ölsockel oder alte Farbe bestimmen die Vorarbeit. |
| Farbsystem | Nassabriebklasse, Deckkraft und Sockelbeschichtung. |
| Hausbetrieb | Schutz, Etappen, Absprachen mit Bewohnern kosten Zeit. |
| Zusatzpositionen | Spachteln, Ausbessern, Rissüberbrückung, Entsorgung. |
Fläche und Farbmenge: ein Rechenbeispiel
Beispiel: Ein Treppenraum von 3 mal 5 Metern über drei Geschosse mit je 2,80 Metern Höhe, offenem Treppenauge und einem Umfang von 16 Metern. Die Wandhöhe beträgt dann rund 8,4 Meter und die Wandfläche 16 mal 8,4, also gut 134 Quadratmeter. Nach Abzug von Wohnungstüren, Fenstern und Eingang bleiben etwa 115 Quadratmeter. Dazu kommen Decke, Untersichten und Podeste mit rund 30 Quadratmetern: insgesamt 145 Quadratmeter.
Bei zwei Anstrichen sind das 290 Quadratmeter Streichfläche. Mit einer Ergiebigkeit von rund 7 Quadratmetern je Liter braucht es etwa 41 Liter, mit 10 Prozent Reserve rund 45 Liter, also drei Eimer à 15 Liter. Grundierung, Sockelbeschichtung und Lack für Geländer und Türen kommen dazu.
Zeitlich sind für dieses Beispiel fünf bis sieben Arbeitstage mit zwei Personen realistisch: ein Tag für Aufbau und Abdeckung, ein bis zwei Tage Vorarbeit mit Spachteln, zwei Tage Anstrich, ein Tag Sockel und Geländer sowie ein Tag Abbau und Nacharbeit. Das sind Richtwerte, die Besichtigung konkretisiert sie.
Gerüst, Treppenauge und Höhe
Ab zwei Metern Arbeitshöhe gelten Vorgaben zur Absturzsicherung. In geschlossenen Treppenhäusern mit Zwischendecken genügt oft ein Fahrgerüst je Geschoss. Bei offenem Treppenauge dagegen reicht ein normales Fahrgerüst nicht. Hier stellt man ein Treppengerüst auf, das Läufe und Podeste überbrückt, oder arbeitet geschossweise mit Podestleitern und Teleskopstangen für den oberen Bereich.
Gerüstaufbau und -abbau nehmen je nach Höhe einen halben bis ganzen Arbeitstag in Anspruch und gehören deshalb als eigener Posten ins Angebot. Auf Stufen müssen Rollen blockiert und Standflächen ausgeglichen werden, sonst ist ein sicherer Stand nicht gegeben. Gute Beleuchtung ist ebenfalls Teil der Sicherheit: Wo das Treppenhaus dunkel ist, bringt der Maler eigene Leuchten mit, denn nur bei ausreichendem Licht lässt sich die Fläche im Streiflicht beurteilen.
Wichtig ist die Wegefreiheit: Gerüst und Material dürfen den Fluchtweg nicht versperren, Mindestbreiten müssen frei bleiben. Das wird vorab mit der Hausverwaltung abgestimmt, bei Bedarf auch mit dem Brandschutzbeauftragten. Ob zusätzliche Anforderungen an Beschichtungen im Treppenraum gelten, klären wir vor Auftragserteilung.
Ablauf bei laufendem Hausbetrieb
Ein gut organisiertes Treppenhausprojekt ist für die Bewohner kaum eine Belastung. Entscheidend ist, dass die Etappen und Hinweise klar sind. Zwischen den Anstrichen liegen vier bis sechs Stunden Trockenzeit. Deshalb arbeitet man etagenweise und lässt die gestrichenen Bereiche abgesperrt, bis sie berührungstrocken sind. Gelüftet wird über die Fenster im Treppenhaus. Mehr zur Zielgruppe finden Sie auf den Seiten für Hausverwaltungen.
Der Ablauf hat sich in dieser Reihenfolge bewährt:
- Aushang: Mindestens 7 bis 14 Tage vorher informieren, mit Zeitraum, Etappen und Ansprechpartner.
- Abdecken: Böden mit Vlies oder Pappe schützen, Briefkästen, Klingeln, Wohnungstüren, Türgriffe und Handläufe abkleben.
- Vorarbeit: Risse und Löcher spachteln, Sockel anschleifen, Untergrund grundieren.
- Anstrich von oben nach unten: erst Decken und Untersichten, dann Wände, dann Sockel, zuletzt Geländer und Türen. So tropft nichts auf Fertiges.
- Hinweisschilder „Frische Farbe“, abgesperrte Zonen und, wenn nötig, ein zweiter Zugang.
Angebot, Beschluss und Umlage: Was Verwalter wissen sollten
Bei der kostenlosen Besichtigung messen wir Etagen, Wandhöhen und Flächen, prüfen den Untergrund, klären Zugang und Gerüstbedarf und fragen nach Hausbetrieb und Terminen. Daraus entsteht ein Leistungsverzeichnis, aus dem das verbindliche Festangebot wird. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften dient es als Grundlage für den Beschluss der Eigentümerversammlung. Die Zielgruppe beschreibt die Seite für Wohnungseigentümergemeinschaften.
Zur Frage der Umlage nur so viel: Das Streichen des Treppenhauses gilt üblicherweise als Instandhaltung. Instandhaltungskosten sind nach der Betriebskostenverordnung in der Regel nicht auf Mieter umlegbar; bei Eigentümergemeinschaften werden sie meist aus der Instandhaltungsrücklage getragen. Für den Einzelfall ist die Hausverwaltung oder eine Rechtsberatung zuständig, wir geben dazu keine Rechtsauskunft. Wie Innenräume allgemein kalkuliert werden, zeigt die Seite zu den Kosten für Malerarbeiten im Innenbereich.
Als Meisterbetrieb mit Sitz in Nordstemmen sind wir im Einsatzgebiet Springe, Hildesheim und Region Hannover tätig; Kunden bewerten uns bei Google mit 5,0 Sternen (48 Bewertungen).
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, ein Treppenhaus zu streichen?
Wie viel Farbe braucht ein Treppenhaus über drei Etagen?
Sind Malerarbeiten im Treppenhaus umlagefähig?
Kann das Haus während der Arbeiten bewohnt bleiben?
Welche Farbe gehört ins Treppenhaus?
Dieser Beitrag aus dem Schwarzin-Magazin wurde von Malermeister Schwarzin (Meisterbetrieb, Nordstemmen) erstellt und beruht auf handwerklicher Praxis. Letzte Aktualisierung: 6. November 2026. Für Ihr konkretes Projekt beraten wir Sie gern individuell und unverbindlich.

